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Vorschläge des Heimatbundes Lüttringhausen e.V. zur zukünftigen Schullandschaft in Remscheid und zur Zukunft des Schulzentrums Klausen
Die gegenwärtige Situation
Der Heimatbund Lüttringhausen hat sich in den vergangenen Monaten in der Schuldiskussion in Remscheid Zurückhaltung auferlegt, um die Gespräche zwischen der Politik, der Verwaltung und den Schulleitungen nicht zu stören.
Mit dem Ende der Sommerferien geben wir diese Zurückhaltung auf, weil wir eine Intensivierung der Gespräche erwarten. In Remscheid wird vermutlich noch in diesem Jahr eine schulpolitische Weichenstellung vorgenommen werden, damit zum Anmeldetermin für das Schuljahr 2012/13 für die Eltern der Viertklässler Klarheit herrscht.
Wegen der hohen Zahl der abgewiesenen Kinder bei den Anmeldungen zu den beiden bestehenden Gesamtschulen besteht schulpolitischer Handlungsbedarf. Bei der Suche nach Lösungen für dieses Problem haben sich im Wesentlichen zwei Antworten herausgebildet, und zwar die Gründung einer dritten Gesamtschule, an welchem Standort auch immer, oder die Einrichtung einer Sekundarschule, wie sie der für das Land NRW in Düsseldorf zwischen CDU, SPD und Grünen erzielte Schulkonsens vorsieht.
In diesem Zusammenhang setzt sich der Heimatbund für die Einrichtung einer Sekundarschule in den Räumen der auslaufenden Hauptschule im Schulzentrum Klausen ein mit der unverzichtbaren Ergänzung durch das Leibniz-Gymnasium. Die neue Schulform "Sekundarschule" bietet alle Abschlüsse der Sekundarstufe I und eröffnet leistungsstarken Schülerinnen und Schülern nach der zehnten Klasse die Möglichkeit zum Übergang in die gymnasiale Oberstufe, die im gleichen Gebäude im Leibniz-Gymnasium besucht wird. Auf diese Weise kann ein an den Bedürfnissen der Kinder orientiertes, wohnortnahes, attraktives und umfassendes Schulangebot vorgehalten werden.
Appell an die Ratsfraktionen
Der Heimatbund unterstützt nachhaltig die Forderung der CDU nach Einrichtung einer Sekundarschule in Klausen. Das Argument, zur Errichtung einer Sekundarschule sei der Zusammenschluss einer Haupt- und einer Realschule notwendig, trägt nicht. Der Wortlaut des in Düsseldorf erzielten schulpolitischen Kompromisses zwischen CDU, SPD und Grünen lässt eindeutig andere Lösungen zu. Unsere Unterstützung findet auch die Forderung des CDU-Fraktionsvorsitzenden Jochen Siegfried, der Politik und Verwaltung dazu drängt, die Eltern über die Möglichkeiten, welche die Sekundarschule bietet, umfassend zu informieren.
Der Heimatbund appelliert an die SPD, ihren eigenen Worten Taten folgen zu lassen. In ihrem Leitantrag "Vorfahrt für Bildung" beteuern die Sozialdemokraten, dass sie "keine Zuspitzung der bildungspolitischen Situation" wollen. Ihrer Aussage: "Wir wollen Schulfrieden in unserem Land und in unserer Stadt, denn nur so können wir die besten Chancen für unsere Kinder gewinnen" (S. 4 der "Vorfahrt für Bildung") stimmt der Heimatbund ausdrücklich zu.
Die Forderung nach dem Neubau der dritten Gesamtschule, wie die Remscheider SPD sie erhebt, hält der Heimatbund für nicht realisierbar. Wir sehen darin eine Alibiveranstaltung. Auch die Sozialdemokraten wissen, dass aus Düsseldorf keine Fördergelder zu erwarten sind. Die Argumentation wird daher so lauten: "Wir wollten ja einen Neubau. Der kann nicht finanziert werden. Der Bedarf ist aber da. Deshalb müssen wir - so leid es uns auch tut - das Leibniz-Gymnasium auflösen." Dieser "Logik" folgt der Heimatbund nicht, ermöglicht doch die neue Schulform Sekundarschule" eine vergleichbare Lösung, die es gestattet, Neues zu erproben und Bewährtes zu bewahren.
Die FDP-Landtagsfraktion hat den in Düsseldorf gefundenen Schulkompromiss nicht mitgetragen, weil sie darin eine Gefährdung des Gymnasiums sieht. Es erscheint dem Heimatbund aus diesem Grunde unvorstellbar, dass die FDP als Sachwalterin gerade dieser Schulform der Auflösung eines Gymnasiums in Remscheid zustimmen könnte. Der Heimatbund appelliert an die Liberalen im Rat, ihren Einfluss innerhalb der Gestaltungsmehrheit geltend zu machen und sich für die Einrichtung einer Sekundarschule in Klausen einzusetzen. Aus der vorgeschriebenen, verbindlichen Kooperation von Gymnasium und Sekundarschule werden neuartige pädagogische Konzepte hervorgehen, die neue Akzentsetzungen in der Oberstufe des Gymnasiums zur Folge haben. Denkbar ist etwa - unter Nutzbarmachung der Begabungsprofile der Absolventen der Sekundarschule - eine verstärkte Betonung wirtschaftspolitischer Fragestellungen und die Behandlung von Aspekten anwendungsorientierter Naturwissenschaft in der Oberstufe. Ein solcher Ansatz hätte es verdient, erprobt zu werden.
Den Grünen im Rat ruft der Heimatbund mit Kant zu: "Haben Sie den Mut, sich Ihres Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen." Geben Sie dem Kind "Sekundarschule", bei dessen Geburt die grüne Schulministerin Löhrmann in Düsseldorf als pädagogisch versierte Hebamme tatkräftig und umsichtig mitwirkte, in Remscheid die Möglichkeit zu gesundem und starkem Wachstum! Folgen Sie dem Vorbild Ihrer Ministerin und zeigen Sie hier vor Ort ein klares, unverwechselbares bildungspolitisches Profil!
Helfen Sie mit, eine auf die örtliche Schulsituation zugeschnittene Lösung zu entwickeln, in die Ihre zentralen Anliegen - längeres gemeinsames Lernen und Einbeziehung der von der Natur benachteiligten Kinder und der Kinder mit Förderbedarf - von Anfang an einfließen!
Der Heimatbund begrüßt die unmissverständliche Positionierung der Wählergemeinschaft, alle Gymnasien unangetastet zu lassen, und unterstützt ihre Forderung nach der bruchlosen Einführung einer Sekundarschule in den laufenden Betrieb einer Schule. Was wäre dafür geeigneter als die auslaufende Hauptschule im Schulzentrum Klausen?
Die Linken sollten ihre ideologisch bedingte Sicht des Gymnasiums an der Wirklichkeit überprüfen. Dass gerade das Leibniz-Gymnasium - dies zeigt etwa ein Blick auf die Namen der Abiturientinnen und Abiturienten des Jahrganges 2011 - eine Schule des sozialen Aufstiegs für Kinder mit Zuwanderungsgeschichte ist, sollte nachdenklich stimmen.
Schulfriede durch Kompromiss
Der Heimatbund fordert die in unsrer Heimatstadt politisch Verantwortlichen zu gemeinsamen Anstrengungen auf, auch in Remscheid einen schulpolitischen Konsens zu suchen. Die Menschen erwarten von der Politik, dass sie alles in ihrer Macht Stehende tut, damit Konflikte und Streit vermieden und der Schulfriede gewahrt werden kann. Sollte allerdings die Gestaltungsmehrheit im Remscheider Rathaus auf den verwegenen Gedanken kommen, das vor 25 Jahren nach Lüttringhausen verlagerte Leibniz-Gymnasium, das in der Innenstadt einer Gesamtschule weichen musste, aufzulösen, so wird sie mit dem energischen Widerstand der Schulgemeinde des Gymnasiums und des Heimatbundes zu rechnen haben.
Kompromisse sind deshalb eine gute Sache, weil alle Beteiligten abgeben und gleichzeitig gewinnen. Wir wünschen unseren Politikern den Mut zum Kompromiss, den Mut, einen Beschluss zur Errichtung einer Sekundarschule im Schulzentrum Klausen zu fassen, womit ein wichtiger Schritt zur Linderung einer unhaltbaren Situation getan wäre. Eltern und Kinder werden dies dankbar anerkennen.
Heimatbund Lüttringhausen e. V.
Vorstand und Beirat
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