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"Ampel"-Mehrheit knüpft Bedingungen an mögliche Rettung des Orchesters
(rga). Zum ersten Mal spielten die Bergischen Symphoniker vor einiger Zeit auch in der Klosterkirche in Lennep. Die Zukunft des Orchesters hängt von den laufenden Verhandlungen zwischen Remscheid und Solingen ab.
Die politische Mehrheit ist bereit, von einer Schließung der Bergischen Symphoniker abzusehen. Gerettet ist das Orchester damit aber noch lange nicht, denn die Ratsfraktionen von SPD, FDP und Grünen knüpfen dies an Bedingungen. Jetzt sei Solingen am Zug, erklärte SPD-Fraktionschef Hans Peter Meinecke.
Auch nach Ansicht von Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann müssen sich die Vertreter der Nachbarstadt, die sich bisher uneingeschränkt für die Erhaltung des gemeinsamen Orchesters ausgesprochen hatten, in der Sache bewegen.
Die Stadt solle mit Solingen Verhandlungen führen, um die Zukunft der Symphoniker zu sichern, heißt es in einer Mitteilung der drei Ratsfraktionen. Allerdings stehen für sie zwei Dinge fest: Zum einen soll für Remscheid eine Einsparung von mindestens 50 0000 Euro pro Jahr herauskommen. Zum anderen soll es einen neuen Gesellschaftervertrag zwischen den beiden Städten geben.
Der neue Vertrag soll laut Meinecke unter anderem die Verteilung der Anteile an der Gesellschaft und damit auch an der Finanzierung des Orchesters neu regeln. Bisher haben Remscheid und Solingen jeweils die Hälfte der Anteile inne. Allein schon wegen der Einwohnerzahlen hielte es Meinecke für gerechter, wenn Solingen mit 60 und Remscheid mit 40 Prozent beteiligt wäre.
Laut Wolf Lüttinger (FDP) soll der neue Vertrag auch ausschließen, dass die Städte die Fehlbeträge der Symphoniker in unbegrenztem Ausmaß ausgleichen müssen. Zudem soll es künftig eine möglichkeit der Kündigung geben - allerdings erst nach zehn Jahren.
Über die Ergebnisse der Verhandlungen mit Solingen wolle die Politik kurzfristig informiert werden, betonte Grünen-Fraktionssprecherin Beatrice Schlieper. Möglichst schnell solle jetzt Klarheit über die Zukunft der Symphoniker herrschen.
SPD-Mann Meinecke zeigte sich auf RGA-Nachfrage nicht gerade überzeugt davon, dass man in Solingen auf die Remscheider Forderungen eingeht. Geschieht dies nicht, wäre das Orchester nach Einschätzung von Dezernent Dr. Henkelmann allerdings nicht zu halten. Jetzt werde sich zeigen, welchen Beitrag zur Erhaltung des Orchesters man in Solingen bereit ist zu leisten.
Sollten die Symphoniker dennoch erhalten bleiben, ist noch nicht geklärt, wie der Betrag von bis zu 1,9Millionen Euro pro Jahr, den eine Schließung gebracht hätte, im Sparpaket ausgeglichen werden soll, räumte Meinecke ein. Dies müsse geklärt werden, wenn ein Ergebnis der Verhandlungen vorliegt.
Erfreut darüber, dass sich in Sachen Symphoniker etwas bewegt, zeigte sich CDU-Fraktionssprecher Jochen Siegfried. Die Wende bei der "Ampel" sei der Tatsache geschuldet, dass die Annahme, man könne den Gesellschaftervertrag einfach kündigen, nicht mehr haltbar seien.
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