|
Symphoniker: Remscheider Politiker verärgert über Wuppertaler OB
(rga). Ein großes Fragezeichen schwebt seit Sonntag über dem Orchester für Remscheid und Solingen: Wie sollen die beiden Nachbarstädte ihr musikalisches Aushängeschild weiter finanzieren?
Die Remscheider Kommunalpolitiker sind weitgehend einig in ihrer Meinung zu der plötzlichen Fusions-Absage von Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung: Sie sind verärgert.
"Die Art und Weise der Mitteilung passt einfach nicht in die Welt", sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Hans Peter Meinecke - und ist damit einig mit Beatrice Schlieper (Grüne): "Man kann nur erahnen, wer da wem Druck gemacht hat in Wuppertal, um das zu erzwingen." Auch Hans Lothar Schiffer (FDP) reibt sich an dem "Wie" der Absage: "Die Entscheidung gegen die Fusion zu treffen, ist eine Sache. Das bei einer öffentlichen Veranstaltung ohne Absprache kundzutun, eine andere." Schiffer kritisiert überdies, dass Wuppertal mit der Entscheidung nicht abgewartet habe, ob die angefragten Landesmittel im Falle eines Zusammenschlusses zugesagt würden.
Als Gestaltungsmehrheit wolle man sich am morgigen Mittwoch zusammenfinden. "Auf jeden Fall", kündigte Hans Peter Meinecke an, "brauchen wir in Kürze eine Entscheidung: Symphoniker ja oder nein. Und wenn ich die Finanzlage betrachte, wird ein Fortbestand kaum möglich sein." Jochen Siegfried, CDU-Fraktionsvorsitzender, sieht es nicht ganz so schwarz: "Wir müssen nach neuen Wegen suchen. Unsere Fraktion wird in Kürze das Gespräch mit den Orchesterfreunden und dem Betriebsrat suchen."
Wieland Gühne (WiR) spricht in Bezug auf die Wuppertaler Entscheidung vom "ersten Sargnagel" für die Symphoniker. "Wir als Wählergemeinschaft appellieren weiter an das Orchester, mehr kommerzielle Veranstaltungen anzubieten, die die breite Masse ansprechen. Und: "Wir verstehen nicht, wie man als Verwaltung ohne einen Plan B für das Orchester arbeiten kann. Nun stehen wir da."
In der Nachbarstadt Solingen kam die Wuppertaler Entscheidung offenbar nicht überraschend. Ich habe mit Peter Jung die Tage darüber noch darüber gesprochen", erklärt Oberbürgermeister Norbert Feith (CDU). Ich schätze das realpolitisch ein: Im Solinger Rat habe ich zur Orchesterfusion ohnehin keine Mehrheit erkannt." Zudem sei bis zuletzt die Frage der Finanzierung bis dato offen geblieben. Denn die laut dem Gutachten der Firma Actori beschriebenen Einspareffekte stellen sich erst in vielen Jahren ein."
|